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Mitschrift eines Vortrags von Dr. Friedrich P. Graf in Kikom, Schweiz

Oktober 1999

Mitschrift eines Vortrags von Dr. Friedrich P. Graf in Kikom, Schweiz

Ganzheitliche Entwicklungsbegleitung von Kindern im neuen Jahrtausend - Ein homöopathisch-miasmatisches Konzept zur Gesunderhaltung von Dr. Friedrich P. Graf

Einen schönen guten Abend.

Wie komme ich hier her zu ihnen ganz aus dem Norden, nördlich von Hamburg? Das hat einen einfachen Grund, da ich mit schweizer Hebammen und Ärzten in engem Kontakt bin und nun schon seit fünfzehn Jahren in Homöopathie ausbilde. Ich spreche hier zu ihnen vor dem Hintergrund einer über 20 Jahre andauernden Praxisarbeit als Gynäkologe, der früh den Kontakt mit der Homöopathie gefunden hatte und dann nicht in diesem Fachbereich allein aufgehen wollte. Mein Hauptarbeitsgebiet war die Geburtshilfe, war, das heißt ich habe die Hausgeburtshilfe vor einigen Jahren aufgrund der großen Belastung beendet. Aus der geburtshilflichen Situation heraus hat sich zwangsläufig Kindesbegleitung ergeben. Es kam einfach so, dass die Eltern mir die Kinder gebracht haben, und ich als Gynäkologe anfing kinderärztlich zu arbeiten. Das mache ich jetzt seit 20 Jahren, weil ich vom ersten Tag an so gearbeitet habe und bin jetzt doch etwas in der Lage, Kindesentwicklung von heute zu überblicken. Meine Arbeitsschwerpunkte (1) sind die Schwangerschaft, die Geburt (2) nach wie vor, allerdings mehr aus der Entfernung jetzt begleitend bzw. beratend, die Kindesbetreuung und –entwicklung in den ersten Jahren: der Start ins Leben. Es ist ein sehr erfreuliches Thema, wenn wir jetzt an der Jahrtausendwende stehen und hier uns mit den Einwirkungen auf diese neuen Generationen, die ja unsere Zukunft und Hoffnung bedeuteten, Gedanken machen.

Vorweg eine Idee, die mir hierzu begegnet ist:

Im August 1999 hatte ich einen Artikel in die Hand bekommen von einem deutschen medizinischen Querdenker, das ist der Kollege Dr. Ellis Huber aus Berlin, der lange Zeit Präsident der Ärztekammer in Berlin war und jetzt abgewählt worden ist.Er vertrat eine fortschrittliche Ärzteschaft und hat so manche neuen Gedankenimpulse zu unsem Gesundheitswesen hervorgebracht. Im August 1999 las ich in einer deutschen medizinischen Zeitschrift folgendes Statement von ihm, über das ich seither öfter nachdenken muss: „Im 21. Jahrhundert wird die Epidemiologie die Molekularbiologie und Genetik als wichtigste medizinische Wissenschaft ablösen.“ Warum das? Es erstaunt zunächst, dass die Genetik mit ihren rasend schnellen Entwicklungen an Bedeutung verlieren sollte! Wir stehen jetzt an so einem Punkt, dem Jahrtausendwechsel und meinen, dass wir mit den Genen den Schlüssel zu den Veränderbarkeiten des Lebens haben. Im Grunde genommen wird man aber nach Entdeckung der Genkarte nicht viel weiter sein als vorher, dass man von den Zentren, den zentralen Einrichtungen des Lebens einiges weiß, aber nicht von dem, wie sie arbeiten. Nach wie vor werden wir in den wesentlichen Fragen im Dunklen tappen. Die Euphorie, die mit der Aufdeckung der Genkarte verbreitet wird, erhält der modernen Medizin vorerst die öffentliche Akzeptanz, verspricht sie doch ungeahnte neue Heilungschancen und Auswege aus Krankheiten und gar Persönlichkeitsstörungen - „man müsse nur den Genort finden“ -, obgleich sich überall „Sackgassen“ auftun. Die Epidemiologie wird eine Herausforderung, weil wir zunächst „unerklärbar“ einen erheblichen Wandel der Gesellschaften und ihrer Krankheiten erleben, einen Wandel in Hinblick auf neue Seuchen, die wir allgemein als Allergieseuchen beschreiben. Der fragmentarische Charakter wissenschaftlicher Detailerkenntnise, die Entdeckung einzelner Bausteine des Lebens trugen nur wenig dazu bei aufzuklären, wie Leben eigentlich funktioniert und wie die Lebenskraft mit der zu ihr gehörenden Kraft der Selbstheilung arbeiten. Dass wir noch einige Zeit in Dunkelheit und Unklarheit bleiben, das wird auch in Zukunft so sein. Viel mehr ging und geht es unserer heutigen medizinischen Wissenschaft um die Reparaturidee und die dazu gehörige Ökonomie. Die Erkenntnisse für Therapien kommen in der Regel zu spät und werden von neuen Entwicklungen bzw. Epidemien überholt. Ein gutes Beispiel dafür sind die Impfkonzepte, die insbesondere aus der Sicht der wohlhabenderen Gesellschaften- und nur für diese sind Impfungen entwickelt, denn man muss diese bezahlen können - Krankheiten bedienen, die in den Nachkriegszeiten bzw. Mangelzeiten von größerer Bedeutung waren. Jetzt hingegen erhalten wir seuchenartige Epidemien von Immunschädigungen, die besser bekannt sind unter den konkreten Diagnosen wie zunächst die atopische Dermatitis und Neurodermitis: In Deutschland ist es mittlerweile soweit, dass jedes dritte Kind vor der Einschulung diese Problemerfahrung gemacht hat. Oder die spastische Bronchitis und das Asthma bronchiale: Jedes 5. bis 10. Kind in Deutschland ist Asthmatiker bei Einschulung und das Asthma ist heute schon die häufigste chronische Kinderkrankheit auf der ganzen Welt. Autoimmunkrankheiten unzähliger Art, insbesondere bei jungen Frauen und häufig in der Stillzeit die Autoimmunthyreoiditis nehmen ungebremst zu wie auch der Krebs als demnächst wohl häufigste Todesursache des 21. Jahrhunderts und noch vieles mehr an Schäden in der Hirnnervenzentrale unserer Kinder, für die es keine Erklärung gibt. Das Gemeinsame dieser neuen Seuchen ist, dass es keine fassbaren Krankheitsauslöser wie Erreger mehr gibt.

An der Schwelle zum nächsten Jahrhundert und wo sonst als zum Lebensbeginn sind Konzepte zur Gesunderhaltung und Lebensoptimierung gefragt und nicht bloß Krankheitsvermeidung, so wir doch noch gar nicht wissen, welche Epidemien sonst noch über uns einbrechen werden. In der aktuellsten Epidemie, den Allergien, ist noch gar nicht akzeptiert, dass die Medizin selber als Hauptverursacher - und so sehe ich das persönlich- anerkannt ist; Hauptverursacher deshalb, weil wir mit Injektionen am wirksamsten Abwehrsysteme schädigen, im Gegensatz zum Einatmen, Einreiben und Essen. Bei allen weiteren Überlegungen, die ich gleich anstelle hinsichtlich dieses Konzeptes, das ich ihnen anbiete, sollte vorrangig Krankheit als Normalfall zur Gesunderhaltung vom negativen Makel teilbefreit werden. Da es gerade in der Kindheit zumutbare akute Krankheiten gibt, die im Lebenslernprogramm, das heißt in dem Erwerb von Abwehrfähigkeiten wichtig und zumutbar sind. Insbesondere in den uns genetisch gutbekannten Kinderkrankheiten wie Masern, Mumps, Röteln, Windpocken wie aber auch in den saisonal auftretenden Virusinfekten, die endlich wieder mit Fieber einhergehen können, werden Krankheitserblasten und hinzugekommene Umweltfaktoren mit Gefahren von chronischer Beeinflussung oder Beeinträchtigung gelockert und nicht selten überwunden. Also eine Chance bietet sich da. Es ist kein Geheimnis, das der notwendige gute Ausgang dieser Akutkrankheiten wie das Verhindern von Komplikationen Sache des intakten Abwehrsystems ist und damit abhängig von der Ausgangslage bezüglich wirtschaftlicher und familiärer Versorgung. Lassen Sie mich der Einfachheit halber und der leichteren Einsehbarkeit wegen ausgehen von unserer gegebenen relativ guten Versorgungslage hier, und weniger jetzt über andere geografische Orte sprechen. Das entscheidende Problem, dem wir uns bei Erkrankungen in der Praxis ausgesetzt sehen, ist die Unsicherheit in der Einschätzung , welches Kind, das in eine Krankheit hineingeht, eine stille Feiung durchmacht, einen milden Durchgang absolviert, eine heftige tiefe Erkrankung erfährt oder eine schwere unzumutbare Komplikation. Wenn wir hierzu Voraussetzungen schaffen könnten, dass wir positive Ergebnisse erzielen, dann wäre viel gewonnen.

Von Samuel Hahnemann, (1756-1843) dem Begründer der Homöopathie, gibt es konkrete Vorstellungen, wie der Mensch chronisch krank wird, bzw. mit welcher Vorlast wir Eintrittsrisiken in Krankheiten beurteilen können (3). Und es ist ein Hauptproblem, ihnen das alles in einer Stunde vorzutragen, was seit 200 Jahren die Homöopathie zu diesem Thema entwickelt hat und was ich in 20 Jahren erlebt und angewendet habe. Die Ausgangsbetrachtung ist ein einfaches zellularbiologisches Grundmodell (4): eine Zelle kann im Krankheitsfall schwach werden., kann schrumpfen, an Funktion ,Tonus und Ausdehnung klein werden,sie kann sich aber auch ausdehnen und hypertrophieren, kann also an Funktion und Größe zunehmen. Eine Zelle kann weiter gegen sich selbst gerichtet arbeiten, fehlfunktionieren und dabei zugrunde gehen. Andere biologische Grundregulationsformen gibt es eigentlich nicht. Und diese drei legen wir zugrunde als die Grundqualitäten gestörter biologischer Systeme. Was für eine Zelle gilt hat ebenso Gültigkeit für den ganzen Zellverband, für das Organ und das Organsystem. Es verändert sich so der ganzer Mensch in allen Belangen des Organischen, der allgemeinen Regulationen und der Psyche, im Gemüt und Geist. Und im Rahmen des Ganzen bewegt sich das, was ich Ihnen beschreiben will.

Samuel Hahnemann ist 1817 auf dieses Grundkonzept gestoßen in der Fragestellung, warum eine große Gruppe seiner chronisch Kranken ständig wieder zu ihm in die Praxis kam, einzelne Hilfestellungen erfolgreich gegeben wurden, aber bei weiterem Verlauf sich ein Bild ergab, wie wenn man immer nur eine Teilproblematik gelöst hatte und in der Tiefe ein umfassenderes „Urübel“ weiter bestehen blieb. Er kam in seinen Nachforschungen auf die Gemeinsamkeiten dreier zu unterscheidender Gruppen: dass in der Vorgeschichte am häufigsten eine Krätze zugrunde lag, in der zweiten Gruppe eine Gonorrhö und in der dritten eine Syphilis. Zu Hahnemanns Zeiten gab es keine Erregervorstellung und kein Antibiotikum gegen die Gonorrhö und auch keines gegen die Syphilis, sondern es gab eine genetische Anpassung, indem es Generationen einfach durchgemacht hatten und immer wieder an ihre Nachkommen ihre Fähigkeit oder Unfähigkeit, mit dieser Störung umzugehen weitergegeben haben. Und es gab sehr wohl Behandlungen, die den Kranken die Leiden erleichtern sollten: die Krätzekranken wurden wirksam mit reinem Schwefel eingerieben, die gonorrhoische Schleimhaut mit Silbernitratlösungen verätzt und die syphilitischen Geschwüre mit Quecksilber eingeschmiert. Obgleich man noch nichts von Erregern wusste, therapierte man dennoch wirksam antibiotisch aber von der Oberfläche her unterdrückend. Die resultierende Defektheilung wurde zum Wegbereiter der nachfolgenden Krankengeschichten oder als erfahrene Empfänglichkeit bzw. Empfindlichkeit an die Nachkommenschaft vererbt.

Vom Niveau der Haut her betrachtet entwickelt sich die Krätze streng in der Epidermis, die Gonorrhoe geht mit ihren Entzündungen und Schwellungen über das Niveau und die Syphilis zerstörend geschwürig unter das Niveau. Das konnte man damals deutlich beobachten und weiter, dass die Krätze mit sehr viel Schwäche, die Gonorrhoe mit sehr viel Übertreibun , Kondylomentwicklung und rheumatischen Folgekrankheiten und die Syphilis mit Zerstörung bis in die Knochen und Hirnnervenzentren verbunden waren. Ich habe das historische Grundthema deshalb beschrieben, weil wir mit entsprechenden Bezeichnungen seit Hahnemann umgehen: Das sind die Psora, die Sykosis und die Syphilinie, die Grundqualitäten des Krankseins.

Der Begriff Miasma existiert seit Hippokrates und besagt, dass der Mensch krank wird durch die üblen Ausdünstungen an seinem Wohnort bzw.durch die Bedingungen seiner Umwelt , in der er lebt. Es gab damals keine Bahn, kein Flugzeug, keine großen Transportmöglichkeiten und die Generationen verweilten an einem Ort. Im Rahmen der Säftelehre stellte man sich die Dyskrasie als Krankheitsbedingung vor. Ob jemand an einem trockenen Ort oder an einem feuchten Ort lebte, entsprechend wirkten sich die Einflüsse krankmachend und „säfteverändernd“ aus.

Hahnemann hat diesen Begriff erweitert um den genetischen Anteil: Miasma besagt für uns krank durch Umwelt und Vererbung und beschreibt ein psorisches (Krätze-) Miasma,ein (Feigwarzen-) sykotisches und ein syphilitisches Miasma.

Die Krätze ist ohne weiteres noch existent, aber gebunden an sehr schlechte Ernährungs- und Milieubedingungen. In Notzeiten, in Flüchtlingslagern oder moderner in Altenpflegeheimen müssen wir mit Krätzeproblemen rechnen, aber weniger in der Wohlstandsgesellschaft.

Die Gonorrhö ist nach wie vor existent, wird durch sexuelle Hyperaktivität mit häufigem Partnerwechsel verbreitet und muss gesetzlich vorgeschrieben mit Antibiotika behandelt werden, um Seuchengefahren vorzubeugen. In meiner Studienzeit in den 70 iger Jahren hiess es noch: einmal Gonorrhö immer Gonorrhö! Die GO stigmatisiere wie ein Makel, man wird sie nicht mehr los. Es war die Beobachtung, dass trotz erfolgreicher Antibiotikabehandlung scheinbare Rezidive der Krankheit wieder auftraten, ohne dass zunächst Erreger gefunden wurden. Erst um 1980 wurden die Chlamydien entdeckt und als Begleiterreger des „ postgonorrhoischen Symptomenkomplexes“ entlarvt. Also diese Geschichte geht weiter mit den gleichen Krankheitsqualitäten, nur wir haben es jetzt statt mit den Gonokokken mit den Chlamydien zu tun. Diese neu entdeckten Erreger sind subtiler, daher chronischer und lange unentdeckt, versteckter, kleiner als die Gonokokken und begleiten jahrzehntelanges Siechtum, das wir Sykosis nennen. Chlamydien sind wie die Gonokokken intracellulär im Zytoplasma anzufinden, noch antibiotisch behandelbar aber erfordern längere Therapiezeiten mit eingeschränktem Erfolg. Aus homöopathischer Sicht ist entscheidend, dass die Chlamydien vielleicht noch beseitigbar sind, die Sykosis schreitet dennoch fort im Sinne ihrer Krankheitsqualitäten mit ungewissem Ausgang und erhöhtem Risiko des Überganges in die Syphilinie, wo mit den Komplikationen durch die Viren zu rechnen ist.

Die Viren gehen an die Zentrale, das ist das Charakteristische der Syphilinie: Es werden die Zentren angegriffen, das Nervenzentrum, das Abwehrzentrum oder das Zellzentrum, das Erbgut. Und es ist ein Charakteristikum wiederum der Viren, dass diese sich in das Erbgut einbauen. Die beobachtete Erfahrung, dass Antibiotika die Wegbereiter für Viren sind, bestätigt die homöopathische Theorie, dass Unterdrückungen der Sykosis (Bakterien) den Übergang in die Syphilinie (Viren) bewirken kann.

An der Schwelle von der Sykosis zur Syphilinie finden wir heute die Herpesviren und die HPV (Humane Papilloma Viren), die charakteristischerweise einmal aufgenommen werden und nicht mehr beseitigbar sind trotz erster Erfolge mit Virustatika. Man kann sie nicht mehr loswerden! Die Herpesviren ziehen sich in die Nervenscheiden zurück, verweilen dort und lösen typische zerstörerische Krankheitsrezidive bei der nächsten Immunschwäche aus. Und der Eine oder Andere von Ihnen leidet schon unter diesen sporadisch aufbrechenden Herpesblässchen, die nach dem Skilaufen auftreten oder wenn Sie sich zu lange in der Sonne aufhielten. Dann leiden Sie unheilbar chronisch an dem Herpes-Typ I, dem Herpes labialis, eine der heute acht bekannten Herpesvirusgruppen. Wir wissen, dass Sie in der Folgezeit gefährdet sind komplikationsträchtiger zu reagieren und an der Schwelle zur Destruktion stehen: Die Herpesviren wie auch die Warzen- (HP)-Viren haben ein carcinogenes Potential. Das wird bestätigt in dem Kenntnisstand von den HP-Viren, die in einzelnen Subtypen (z.B. Typen 16 und 18) mit beschleunigter Entwicklung eines Zervixkarzinoms verbunden sind. Dieses Wissen wird bei der Risikoabschätzung für Frauen genutzt, die mit Zervixdysplasien (Pap III D) in der Vorsorgeuntersuchung aufgefallen sind und vorteilhafterweise eine Konisation empfohlen bekommen.

Die klinischen Begriffe zu dem miasmatischen Konzept sind in der nachfolgenden Übersichtstabelle (5) ab Schwangerschaft festgehalten, um eine Interpretation des jeweilig auftretenden Krankheitsphänomens zu ermöglichen. Anschließend wird dann zu überlegen sein, wie mit diesen Erkenntnissen eine Krankheitsvertiefung verhinderbar wird.

Frühe psorische Probleme in der Schwangerschaft treten auf mit den Aborttendenzen bis zur 12. Woche, später mit den Pilz- Scheideninfekten und den Wehenschwächen primär und sekundär. Die psorische Schwangere geht terminlich über die Zeit, ihr Kind kommt zu spät und wird übertragen erscheinen, mit einem muskulären Hypotonus auffallen, schlaff, trinkfaul sein, schnell zu Unterkühlung neigen, instabil und unter Trinkschwäche leiden und schon in den ersten Lebenswochen mit psorischen Hautstörungen reagieren. Aber, so muß man gleich hervorheben, es werden diese Säuglinge im ersten halben Jahr nicht krank, wenn man sie in Ruhe lässt! Sie haben also zunächst eine sehr gute Prognose.

Die sykotischen Neugeborenen sind die, die zu früh auf die Welt kommen, die mit niedrigem Geburtsgewicht auffallen. Immer wieder kann man heute von Statistiken lesen, die beschreiben, wer ein niedriges Geburtsgewicht hat, hat eine höhere Wahrscheinlichkeit frühzeitig zu sterben. Unmittelbar sykotische Thematik: Zu übertrieben gelebt, zu kurz das Leben. Ich sollte noch erwähnen, dass die Gonorrhö in drei Stadien abläuft, und diese sind durchaus die sykotischen Vorbilder für die qualitativen Vorstellungen von heutigen Krankheiten. Das zweite Stadium der GO ist das rheumatische- also alles was wir als rheumatisches Krankheitszeichen erleben ist für uns definitionsgemäß sykotisch- und bevorzugt reagiert das Kniegelenk (diese Affinität der GO zum Kniegelenk ist mit dem Wortstamm „gon-“ (griech.=Knie) belegt, dem Umstand der häufigen GO-Monarthritis Rechnung tragend) . Dann geht die Krankheit mit Entzündungen an die Leber, die Stoffwechselzentrale. Es kommt zu Hypertrophien. Alles, was wir heute unter Hyperlipidämie (Hypercholesterinämie, Hypertriglyceridämie) subsummieren ist sykotisch wie die Fettleber, die Leberentzüngung, die Gallensteine (und auch die Nierensteine) sowie die Gicht. Wenn wir von solchen Krankheiten in der Anamnese einer Schwangeren hören, dann erkennen wir deutlich die Zeichen einer erblichen, sykotischen Vorbelastung für die Nachkommenschaft. Das dritte Stadium der Gonorrhö geht an das Herz: Endocarditis, Myocarditis, Pericarditis, eine umfassende, entzündliche Veränderung des Herzens und der Koronarien mit Thrombenbildung und Herzinfarkt. An der Schwelle zum nächsten Jahrtausend ist in den Wohlstandsländern der Herzinfarkt die Todesursache Nummer 1 , nicht als Folge der vorausgegangenen Gonorrhoe sondern als Ergebnis der dramatisch zugenommenen Sykosis. Wenn ich also in einer Anamnese höre, dass Eltern oder Großeltern am Herzinfarkt gestorben sind und das schon vor dem 60. Lebensjahr, dann ist das ein intensiver Hinweis auf das familiäre Miasma Sykosis. Dann werden bereits viele sykotische Krankheiten wie auch Organvergrösserungen bei der Schwangeren vorgekommen sein. Sie wird mit Warzen, Herpesinfektionen und Veränderungen ihrer Scheidenflora in Richtung der Aminkolpitis ,mit Fluor vaginalis und wiederholten Scheideninfekten aufgefallen sein. Eine Diagnose der Chlamydien würde ebenso wenig überraschen wie das Auftreten der EPH-Gestose, von Frühgeburtsbestrebungen, von hypertonen Wehen und small-for-date-babies. Sykotische Neugeborene sind von Geburt an krank: sie werden schnell sehr gelb (Hyperbilirubinämie durch Leberüberlastung und –schwäche und weisen häufig Leber-/Milzschwellungen auf. Das Auftreten der Neugeborenen-Akne sowie von verschiedenen Proliferationen wie auch die Hämangiome (Schwellungen, die über das Hautniveau hinausgehen) belegen die sykotische Disposition dieses Kindes . Diese Neugeborenen fallen in der ersten Lebenswoche durch hartnäckige „Schmieraugen“ auf, durch eitrige Lid- und Bindehautentzündung, die bis zu 75% von den Chlamydien bedingt sind, erleben Nasenverstopfungen und dadurch Trinkstörungen und in der Folgezeit entzündungsbedingte Verschleimungen der Atemwege.

Syphilitische Ereignisse in der Schwangerschaft sind die (Zer-) Störungen der Fruchtanlage nach der 12. SSWoche durch Röntgen- und Nuklearstrahlen, durch Viren , Schwermetalle oder Toxine sowie durch die Auswirkungen schwerer Sucht wie durch Tabak, Alkohol oder Drogen. Das Auftreten schwerer Gestosen vor der 28. Woche und die Übergänge in die (Prae-/) Eklampsie und das HELLP-Syndrom sind bekannte syphilitische Erscheinungen. Derart schwere Entgleisungen müssen vorrangig verhindert werden.

Die syphilitischen Neugeborenen fallen schon auf durch ihre Dystrophie, ihre Dystonie, dass sie Symmetriestörungen und Missbildungen aufweisen wie die Lippen-Kiefer-Gaumenspalte Die. mangelnde Anlage von Organen, beispielsweise die Nichtanlage eines Afters wäre qualitativ für uns schon eine Einordnung in die syphilitische Belastung wie auch die schnelle Entgleisung in die Sepsis, dass sie unzumutbar schnell dem Tode nahe sind. Dass Apnoe-Anfälle auftreten, also Atemlosigkeit, Atemstillstand in der ersten Lebenswoche bis hin zu dem Drama des plötzlichen Kindstodes in der Folgezeit sehen wir nicht als „Zufälle“ sondern als fortschreitende Syphilinie an, die jederzeit unvermittelt zum Tode führen kann.

Betrachten wir die Säuglinge:

Der psorische Säugling legt ordentlich an Gewicht zu, wird korpulent ,neigt allerdings zur Rachitis . Er ist verzögert und schwach in allem, lernt spät laufen, spät zahnen und hat immer mal wieder mit dem Soor zu tun. Dieser ist harmlos, unproblematisch und sollte aus homöopathischer Sicht in Ruhe gelassen werden, denn damit wird die Entwicklung nicht beeinträchtig. Der psorische Säugling ist im ersten halben Jahr nicht krank! Das ist das Überzeugende! Aber nur, wenn man ihn in Ruhe lässt und die Stillsymbiose möglichst erhält.

Der sykotische Säugling fängt schon früh an, Aktivität zu zeigen. Hyperaktivität, Nachtaktivität, auffallend wenig Schlafbedürfnis, frühes Laufen, frühes Sprechen, in allen Belangen ist diese Kind früher entwickelt. Das gilt auch für das frühe Krankwerden schon im ersten halben Lebensjahr. Blähungskoliken und vielfältige Schleimhauterkrankunken sind üblich. In der Zahnungszeit kommen die 1. Mittelohrentzündung und leider zu schnell das erste Antibiotikum, dass meistens den Einstieg in eine Serie von Rezidivinfekten mit Übertreibungsmerkmalen bedeutet.

Der syphilitische Säugling macht uns ebenfalls von Geburt an Probleme, allerdings mit anderen Qualitäten. Die Nacht wird zu einer Krisenzeit, das Kind findet keine Ruhe ,es erholt sich schlecht von Störungen und wird zur familiären Belastung nachts. Das Zahnen vor dem 4. Monat ist ein deutliches syphilitisches Zeichen, es beeinträchtigt die Stillzeit. Sie sprechen spät als Hinweis auf die Beeinträchtigung der Nervenentwicklung.

Das Kind:

das psorische Kind fällt auf mit frühem, feinen Schorf auf dem behaarten Kopf, mit Ekzemen und Neurodermitis, aber auch mit allen Formen von Hautrötungen, Erythemen, Exanthemen, wie sie typischerweise bei den frühen Infekten auftreten und das Ende der Krankheit in der vorteilhafteren Psora anzeigen. Hypoplasien, Pilzerkrankungen und Allergie sind die häufigen psorischen Manifestationen in dieser Zeit. Das Vitamin-D kann auf die Kindesentwicklung einen psorafördernden Effekt haben: es stimuliert, aktiviert und hat hormon-ähnliche Qualitäten und führt in der Folgezeit häufig in die Schwäche und leichte Erschöpfbarkeit. Unzweifelhaft bewirken hohe Dosen des Vitamin-D Arteriosklerose.

Die sykotischen Kinder fallen früh auf durch das Nabelgranulom, durch Warzenbildung, Hernienentwicklung wie Nabel- und Leistenbrüche, ein typisches Hyper- und Druckphänomen, dass Lymph-, Fett- und Bindegewebstumore (Fibrome, Lipome) wuchern aber immer gutartig. Sie zeigen früh von Herpesinfektionen ausgelöste Effloreszenzen und damit eigentlich schon syphilitische Gefährdung. Das Auftreten von Entzündungen ist ein typisches Sykosis-Drama, im schweren Fall kann es die Gelenke treffen und zu rheumatischen Erkrankungen führen. Der Diabetes mellitus (Typ II, der Altersdiabetes) kann früh gebahnt werden und oft in der Folge von Adipositas, der Fettsucht bei Kindern. Von primär sykotisierender Wirkung sind Jod (durch die Steigerung der Verbrennung) und die Impfungen ( durch die unvermittelte Provokation des Immunsystems) mit jederzeitiger Gefahr des Überganges in die Syphilinie.

Syphilitisch sind die Störungen der Hautpigmentation und daher die Schädigung durch das UV-Licht. Definitionsgemäss syphilitisch sind Schäden wie Fisteln, Geschwüre und Krankheiten die an das Nervensystem, an die Zähne und Knochen gehen. Übermäßige Verhornungen der Haut und Fissuren, Rhagaden, Verhärtungen von Organen und der Verlust der Elastizität sind syphilitisch wie auch Neurinome und das Auftreten von Autoaggression wie bei Autoimmunkrankheiten. Hierzu zählen wir den juvenilen Diabetes Typ I, der durch Zellzerstörung die lebenslange Substitution von Insulin erfordert. Krebs ist definitionsgemäß syphilitisch wie dann auch die Psychose, der Suizid, die Suchtleiden und die Anorexie (Bulimie ist eine sykotische Manifestation). Die Effekte von Eisen und Fluor sind syphilitisch. Fluor gelangt nicht nur in die Knochen und in den Zahnschmelz, um dort eine unnatürliche Härte zu bewirken, sondern verbindet sich auch mit der Kieselerde und nimmt unseren auf Elastizität angewiesenen Organen die Nachgiebigkeit, indem sich Silizium-Fluor-Verbindungen bilden, die keine Elastizität mehr ermöglichen. Impfungen können durchaus von primär syphilitischer Auswirkung sein, wenn direkter Angriff auf die Nervensubstanz erfolgt und die lebenslangen Zerstörungen zustande kommen. Über die Häufigkeit dieser Unzumutbarkeiten besteht allerdings noch keine klare Vorstellung.

Nun, warum stelle ich Ihnen das ganze dar? Die Fragen sind: wie wird man miasmatisch krank? Wie wird man syphilitisch, sykotisch, psorisch krank? Welche Konsequenzen sollten daraus geschlossen werden und wie hilft es uns bei dem Bemühen, Gesundheit zu fördern?

Natürlich werden wir primär genetisch miasmatisch disponiert und danach durch Umwelteinflüsse vom Beginn der Schwangerschaft an und fortlaufend beeinflusst. Wie zuletzt angesprochen rechne ich zu den Umweltfaktoren auch die Einwirkungen der Medizin, die in vermeintlich guter Absicht die routinemässige Verbreitungen von Impfungen und unzähligen Medikamenten (wie Eisen, Folsäure, Magnesium, Vitamine K und D, Fluor und zu oft Antibiotika) toleriert. Alle diese Anwendungen treffen die für Medikamente sensibelsten Mitglieder unserer Gesellschaft - Schwangere und Kinder - und bedrohen ihre gesundheitlichen Entwicklungen nachhaltig. Diese Maßnahmen beeinflussen früh und geraten immer stärker in die berechtigte Kritik. Eine individualisierende, restriktivere Anwendung ist wüschenswert, die den partiellen oder auch vollständigen Verzicht zum Ziel hat. Und von allen derzeitigen Umweltbelastungen wären gerade diese am einfachsten abstellbar!

Bei den Impfungen wird sofort protestiert, weil gerade das erklärte Ziel der Ausrottung von Krankheiten die grösstmögliche Durchimpfungsrate erfordert. Nun kann mit der Beurteilung der miasmatischen Vorbelastung das Risiko des einzelnen Kindes recht gut abgeschätzt werden, wie seine Eintrittsbedingungen in eine Krankheit beschaffen sind. Komplikationen bei Erkrankungen fallen nicht vom „Himmel“ sondern haben ihre individuelle Vorgeschichte, ob im Sinne der Psora Schwäche und Mangel, ob im Sinne der Sykosis Heftgkeit und Übertreibung oder ob im Sinne der Syphilinie Zerstörung und Lebensbedrohung zu erwarten sind. Zwar kann niemand bis heute vorhersagen, wohin die „Reise“ bei einer Krankheit geht , dennoch sind wir nicht ohne Einfluss auf die Gestaltung der persönlichen Fähigkeiten. Kinder demonstrieren Fähigkeiten zu lernen, nicht nur geistig sondern ganzheitlich und selbstverständlich auch mit ihrer Abwehr. Sie trainieren fortlaufend an kleinen Aufgaben, um für größere fit zu werden. Dahinter steckt die Lebenskraft einschliesslich ihrer Selbstheilungsfähigkeit. Homöopathen sehen den biologischen Verlauf beschrieben in der  „Hering-Regel“, die besagt, dass die Auflösung von Krankheiten von innen nach aussen erfolgt. Um das Kind nicht zu behindern, erscheint es geboten, arzneiliche Therapien nicht gegen sondern mit dieser Heilungsrichtung unterstützend vorzunehmen. Dann bekommt das Kind eine echte Chance zur Selbstheilung, die verlässlich wird. Die Umkehrung der Hering –Regel nennen wir Unterdrückung, die vermieden werden muss.

Daher ist es notwendig, mit Geduld Zumutbares zuzulassen, damit Unzumutbares nicht entsteht im Sinne miasmatischer Vertiefung. Zumutbar sind die typischen psorischen Hautausschläge des Kleinkindes und diese werden nicht ohne Grund entstanden sein. Zumutbar sind Pilzerkrankungen, die das ganze Kind in seiner Entwicklung nicht stören. Unproblematisch sind oberflächliche Proliferationen wie z.B. Warzen, die ich bewusst als Feuermelder der Sykosis bezeichne. Und man löscht kein Feuer, indem man den Melder allein beseitigt. Entzündliche sykotische Absonderungen können lange Zeit zumutbar sein, solange diese abfliessen können und zur Entlastung des Organismus beitragen.

Miasmatische Störungen können weiterhin ausgehen von

--- physischen und psychischen Traumatas sovie von der

--- Ernährung einschliesslich der Schadstoffbelastungen.

Den Wert dieses Miasmenkonzeptes können wir hilfreich nutzen zur Beurteilung:

a)  Der Vergangenheit: die Miasmen verhelfen zur Übersicht und Beurteilung der Krankenvorgeschichten. Homöopathen führen Anamnesen durch, sie erheben sehr zeitaufwendig das aktuelle Symptomenbild , die persönliche Krankheitsentwicklung einschliesslich der Korrelation mit den Daten von Impfungen, Arzneibehandlungen,Operationen und anderen einschneidenden Traumatas, die Familienanamnese und die individuelle Biografie.

Die über die Jahre gewonnenen Einblicke in die Bedingungen der Krankheitsentstehung und der Miasmenentwicklungen – ich habe bis heute an die 1000 Anamnesen von über 2 Stunden Dauer durchgeführt und seit über 200 Jahren arbeiten Homöopathen auf der ganzen Welt vergleichbar – führten zu den oben dargestellten Einsichten, zurückhaltend umzugehen mit den Impfungen, mit den Arzneieinsätzen und besonders konsequent vom Lebensbeginn an mit der Hering-Regel um nicht zu unterdrücken. Das konsequente Handeln ergab sich aus den Analysen der Schwerkranken, der kompliziert Kranken und der Gescheiterten in Vorsicht für die Gesundheit der Nachkommenden.

b) der Gegenwart: Syphilinie soll verhindert werden, Sykosis beruhigt, und in der Psora zu halten bedeutet die geringste Gefährdung des Kranken. Hier beginnen die notwendigen Konsequenzen, Unterdrückung vermeiden sowie Externbelastungen, die die Sykosis und die Syphilinie provozieren zu verhindern (6, 7). Kinder, die bereits mit miasmatischer Belastung in das Leben kommen, müssten besonders beschützt werden.

Wir unterscheiden vom chronischen Miasma das akute und fragen uns: warum werden Kinder krank, zu welcher Zeit und mit welcher Intensität? Die ersten Kinderjahre sind von vielen akute, häufig hochfieberhaften und zeitlich begrenzten Erkrankungen geprägt. Diese akuten Miasmen haben offensichtlich die Bedeutung, von miasmatischen Lasten und „Handycaps“ dynamische Selbstbefreiung zu versuchen. Mit Überwindung einer akuten Syphilinie (z.B. schwere Schlafstörung bei Fieber, Angst und geistiger Verwirrung) und Lösung der akuten Sykosis (z.B. heftige Erregungszustände, Fiebereuphorie, Schwellungen, Durchfall und Eiterfluss) enden günstigenfalls die Akutstörungen in der Psora (mit Müdigkeit, hohem Schlafverlangen und Hautexanthemen), wenn vollständige Heilung nicht möglich ist.

Zur Gesunderhaltung gehört das zumutbare Kranksein und bestenfalls im Kindesalter mit kurzen und intensiven Episoden. Voraussetzung für die Selbstheilung ist die Heilbarkeit der Störungen. Sind diese wie bei den Impfungen durch Injektionen entstanden, ist sowenig Selbstheilung möglich wie eine Injektion auch nicht umkehrbar ist allenfalls Gewöhnung. Dadurch ist Chronizität entstanden und in der Folge mit frustranen Rezidiven in Abschwächung zu rechnen. Genau diese Bedingungen charakterisieren die modernen Zeitgemäßen Seuchen der Allergiekrankheit und Immunschädigungen. Die besten Ergebnisse sind nun von der Unterstützung sporadischer Fieberattacken zu erwarten und am wirksamsten in den genetisch gut bekannten Kinderkrankheiten wie z.B. Masern, Mumps, Röteln. Dieser Standpunkt ist nur vertretbar, wenn mit einem günstigen Verlauf und Ausgang der Krankheit gerechnet werden kann. Was das bedeuten kann, soll im nachfolgenden Beispiel erörtert werden.

c)  der Zukunft: Die Relevanz dieser Frage möchte ich an einem Krankheitsbeispiel, der Borreliose erörtern. Diese Erkrankung bricht aktuell wie eine neue Seuche in den Industriestaten ein und kann bei Jedem jederzeit auftreten. Die Borrelien werden über Tiere und zuletzt über „Zecken“ (Holzbock, ein Spinnentier verwandt mit der Krätze- Milbe, jede 5. Zecke bereits infiziert) blutsaugend übertragen. Borrelien sind aus der Familie der Spiralbakterien (Spirochäten) und eng verwandt mit den Erregern der Syphilis. Auch die Borreliose verläuft stadienhaft und kann zuletzt das Nervensystem schädigen (siehe Tabelle 3), sodass der Eindruck entsteht, dass wir es mit einer neuen Variante der Syphilis zu tun haben.

Die Krankheit beginnt psorisch mit dem Erythema migrans chronicum. Konzentrische Ringe im Hautniveau breiten sich von der Stichstelle über den gesamten Körper aus, bis dass diese nach 6-8 Wochen abgeklungen sind. Nach einer symptomfreien Latenzzeit kann die sykotische Variante ausbrechen mit der rheumatischen Borreliose und bevorzugt in einem Kniegelenk. Oder der Beginn ist bereits sykotisch mit der Entwicklung des Lymphocytoms, eine intensiv rote Schwellung an der Eintrittspforte. Abhängig von der persönlichen Abwehrlage (bzw. der miasmatischen Ausgangssituation) kann das syphilitische Stadium, die Neuroborreliose eintreten. Dann sind chronische Schäden zu erwarten.

Die Therapie kann in den ersten Wochen noch relativ erfolgreich mit Antibiotika über mindestens 14 Tage durchgeführt werden. Danach sind die antibiotischen Arzneien im Erfolg nachlassend, müssen höher dosiert, länger und als Infusionen verabreicht werden. Die Borrelien „vergraben“ sich im Bindegewebe und sind für die Arzneien und die Abwehr schwerer erreichbar. Nach einer erfolgreichen Behandlung entsteht keine Immunität, ein neuer Kontakt kann das gleiche Problem wiederholen!

Aber im Laufe der Evolution hat der Mensch gelernt, mit Erregern wie Pilzen, Bakterien und Viren zu leben. Ob er aus einzelnen Erregern eine Erkrankung entwickelt oder nicht, ob die Erkrankung fortschreitet oder unterbricht, ausheilt oder latent verweil , das hängt ab von der Ausgangslage, der Disposition, von der individuellen Gesamtverfassung und nicht allein vom Keim. Nicht geimpfte, voll gestillte d.h. gut genährte Kinder, die keine Unterdrückungsbehandlung erfuhren und systematisch ihre Fähigkeiten entwickeln konnten, erhielten von mir nach Diagnose der Borreliose im Exanthemstadium in keinem Falle ein Antibiotika und gingen mit ihrer Erkrankung in keinem Falle in das nächste Stadium. Diese Kinder profitierten von der Konsequenz aus der Miasmenbeurteilung. Da mit langer Persistenz des Erregerrs zu rechnen ist, bevor nach Jahren Immunität gegeben ist, muss die konsequente Betreung fortgesetzt werden. Ein zwischenzeitlich unbedachtes sykotisierendes Ereignis wie z.B. eine Impfserie kann Komplikationen auf den Weg bringen. Wer in der Vorzeit in der Miasmenfrage nachlässig war und Sykosis probleme (z.B. Herpes-Infektion) kennt, sollte besser sofort ein Antibiotika nehmen, da die Komplikationsgefahr offensichtlich wird. Diese Ungewissheit steigt mit dem konzeptlosen Ausufern der Impfkalender, die in Zukunft um eine Borreliose-Impfung erweitert werden.

Es werden aber mit Gewissheit diese Entscheidungsnöte mit neuen anderen Krankheiten kommen und immer weiter gehen. Indes die Voraussetzungen für die ganzheitliche Gesunderhaltung gestalten sich ungünstiger.

Diese Begleitungschancen für unsere Kinder in das neue Jahrtausend sind möglich durch die überschaubar günstigen Lebensbedingungen mit Frieden, Wohlstand, sozialem Netz, Information und wachsamer Verantwortung. Eltern haben ihr Kind in den ersten vier Lebensjahren eng bei sich und entscheiden über alles, was den Schutz der Integrität angeht. Sie brauchen das Vertrauen in die Fähigkeiten ihres Kindes, Mut und Unterstützung, aber sie müssen es nur wollen!

Ich danke Ihnen für die Gelegenheit dieser Ausführungen.

Copyright by Dr. Friedrich P. Graf

Ergänzende Literatur:

1) Graf, Friedrich, Ganzheitliches Wohlbefinden – Homöopathie für Frauen, Herder-Verlag, Freiburg (D), 1995

2) Graf, Friedrich, Homöopathie unter der Geburt, 2. Aufl., Sprangsrade-Verlag, Sprangsrade, 24326 Ascheberg, 2000-06-17

3) Hahnemann, Samuel, Die chronischen Krankheiten, Bd.1, 2. Aufl., Arnoldsche Buchhandlung, Dresden und Leipzig 1835

4) Ortega, Sanchez P., Anmerkungen zu den Miasmen oder chronischen Krankheiten im Sinne Hahnemanns, 2. Aufl., Haug-Verlag, 1984

5) Graf, Friedrich, Ganzheitliche Entwicklungsbegleitung - Homöopathie für Kinder, noch unveröffentliches Manuskript, erscheint 2001 im Sprangsrade-Verlag, Ascheberg

6) Graf, Friedrich, Die Impfentscheidung, Praxisinformation (zu erhalten über Graf, Sprangsrade, D 24326 Ascheberg, Tel. 0049-4526-1235 / Fax 0049-4526-380704 )

7) Graf Friedrich, Kritik der Arzneiroutine bei Schwangeren und Kleinkindern, Jod,Eisen, Magnesium  Zink, Vitamine K und D, Fluor; Praxisinformation (zu erhalten wie „die Impfentscheidung“)

 

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